Wie stehen wir zu uns selbst? Wie bewerten wir uns? Wie schätzen wir uns selbst ein? Die Beantwortung dieser Fragen gibt Auskunft über unseren Selbstwert. Dieser kann in verschiedenen Disziplinen unterschiedlich sein, oder von Tag zu Tag schwanken, je nachdem wie unsere eigene Verfassung zu diesem Zeitpunkt oder in diesem Zeitraum ist.

Wofür das gut ist? Ein guter Selbstwert ist mit einer Art innerem Abwehrsystem vergleichbar. In herausfordernden Situationen behalten Menschen mit einem hohen Selbstwert länger durch und sind nicht so schnell frustriert. Anders herum gesprochen geht psychische Belastung oftmals mit einem schlechten Selbstwert einher, da Misserfolge manchmal dem eigenen Versagen zugesprochen werden. Selbstwert und Wohlbefinden gehen demnach stets Hand in Hand.
Bezogen auf die eigene Person steht der Selbstwert auf zwei Säulen, der Selbstakzeptanz und dem Selbstvertrauen. Bezogen auf Andere existieren ebenfalls zwei Säulen, die Soziale Kompetenz und das Soziale Netz.
Selbstakzeptanz
Sie geht oft einher mit einer Selbsteinschätzung der Optik und der Fähigkeiten. „Ich bin zu dick.“ „Meine Nase ist zu lang.“ „Ich bin schlecht im Kochen.“ „Ich renne zu langsam.“
Sich selbst akzeptieren bedeutet nicht, plötzlich alles an der eigenen Person toll zu finden. Es geht mehr darum alle Ecken und Kanten so zu akzeptieren wie sie sind und sie als Teil des Selbst anzunehmen. Um dies zu erreichen muss man dem Grund für die Zweifel nachgehen. Hat man erst einmal erkannt und akzeptiert das die Situation ist wie sie ist, kann man beginnen Schritt für Schritt Veränderungen herbeizuführen. Sei es bis zu einem bestimmten Datum 5kg abzunehmen oder zu akzeptieren das man vielleicht nicht rennen kann wie Usain Bolt, aber dafür andere Stärken hat und das auch völlig in Ordnung ist.

Selbstvertrauen
Das Selbstvertrauen könnte man mit der praktischen Umsetzung der Selbstakzeptanz vergleichen. Hat man Vertrauen in sich selbst, glaubt man daran, auf seine eigenen Fähigkeiten, sein Können, sein Durchhaltevermögen und seine Stärke bauen zu können. Auch hier sorgt ein solides Selbstvertrauen dafür, das herausfordernde Situationen mit mehr Ausdauer und Durchhaltevermögen gemeistert werden. Auch die Stärke etwas nicht zu tun, das der eigenen Person nicht gut tun würde, ist eine Fähigkeit die man sich selbst zugesteht und so darauf vertraut die richtige Entscheidung zu treffen. Oftmals bezieht man unterstützend auch Kraft aus dem Glauben an eine andere Macht, beispielsweise manifestiert in Marienfiguren oder sakraler Kunst. Wenn die gewonnene Stärke in unser Vertrauen an uns selbst fließt, verankert sich diese fest in unserem Bewusstsein.

Soziale Kompetenz
Wer meint soziale Kompetenz beziehe sich rein auf den beruflichen Aspekt des Lebens, liegt falsch. Soziale Kompetenzen sind grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit den Menschen in unserer Umgebung. Dabei spielt es keine Rolle in welcher Position oder Verhältnis man sich zu den einzelnen Individuen befindet, sondern wie man sich ihnen gegenüber verhält. Möchte man die Grundlage schaffen für Integration, gute Zusammenarbeit, Beliebtheit und Wertschätzung sollte man darauf achten, die Motive, Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Hierzu zählen auch schwierige Menschen, die möglicherweise den Wert von sozialer Kompetenz nicht kennen oder beachten. Entscheidend ist, mit sich selbst und anderen Menschen zurecht zu kommen und daran zu arbeiten, das dieser Umstand erhalten bleibt bzw. sich verbessert.

Soziales Netz
Unser soziales Netz umfasst alle sozialen Interaktionen jedweden Typs und ohne konkretes Ziel. Die Qualität des sozialen Netztes jedes Menschen ist abhängig von unterschiedlichen Gesichtspunkten. Zum einen der Zeitumfang, in welchem Personen Zeit miteinander verbringen, dann die Intimität, die sie verbindet, die gegenseitige Vertrautheit und letztlich die „Leistungen“, die die Personen miteinander austauschen, wie beispielsweise Informationen oder eine Gefälligkeit. Die Gesundheit eines Menschen und sein soziales Netz bedingen sich gegenseitig. Ist man krank, reduzieren sich die Kontakte zum sozialen Netz bisweilen, umgekehrt sagt man, verändere sich die Gesundheit eines Menschen auf Grund seines sozialen Netztes. Stress beispielsweise kann sich spürbar reduzieren, erhält man Unterstützung aus seinem Bekanntenkreis.


